.
Schützenmedaille

.

Verkleinerte Darstellung

Das Seelenbuch
von Hans-Georg Klein

Zu den kostbarsten Schätzen zählen neben dem Königssilber die Einschreibebücher unserer Gesellschaft. Das älteste wurde im Jahre 1665 renoviert, d.h. es wurde damals von einer noch älteren Vorlage abgeschrieben.
In diesen Büchern sind alle Schützenbrüder und –schwestern seit Beginn der Bruderschaft eingeschrieben. Sie bilden eine wahre Fundgrube für Orts- und Familienforscher. 
Für die Ahrweiler Schützen ist das älteste Einschreibebuch zudem ein Beleg für das Alter der Gesellschaft. Unsere Gesellschaft war bis zum Jahre 1828 eine Bruderschaft, daher auch die Mitgliedschaft der Frauen. Bei den spätmittelalterlichen Bruderschaften nannte man die Einschreibebücher – ähnlich wie ein Pastor die Anzahl seiner Schäfchen nach Seelen zählt – Seelenbücher.

Zum 600. Jubiläum hat der Verwaltungsrat der St. Sebastianus-Bürger-Schützengesellschaft Ahrweiler die erhaltenen fünf Seelenbücher als Festbuch herausgegeben, nachdem die Geschichte der Gesellschaft schon viermal gedruckt wurde und sich in der Forschungsarbeit keine wesentlichen neuen Aspekte ergaben. Allerdings hat Prof. Dr. Bernhard Kreutzberg im Anhang der Seelenbücher einen chronikalen Anhang beigefügt, der besonders die Entwicklung der letzten 50 Jahre berücksichtigt.
Aufgrund der zeitlich einzuordnenden adligen Mitglieder wie die Blankarts, Kolves und Einenbergs ist das Gründungsdatum 1403 durchaus plausibel. Überhaupt ist die Mitgliedschaft des städtischen Adels, der Ahrweiler Geistlichkeit und verschiedener Kölner Erzbischöfe und Prümer Äbte hervorzuheben. In der Gründungszeit standen  allein 11 Ahrweiler Adelsfamilien im Einschreibebuch. Höhepunkt aber war der Beitritt des preußischen Kronprinzen und späteren Königs Friedrich Wilhelm IV. am Elisabethentag 1833. Diese Mitgliedschaft des späteren Königs sollte für die Zukunft der Gesellschaft noch sehr positive Auswirkungen haben.

.

Das Seelenbuch ist ein Muss für jeden Ahrweiler Bürgerschützen

 

Impressum