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Schützenmedaille

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Schützenmuseum gibt Einblick in die Geschichte
Pressebericht Alfred Oppenhoff

Zur Eröffnung des Schützenmuseums am Sonntag, 28. April 2002, im Obergeschoss des Rokoko-Baus der ehemaligen Ahrweiler Stadtwache am Marktplatz verband Schützenhauptmann Werner Dittmann die Begrüßung der anwesenden Gäste mit einer kurzen Betrachtung zur Geschichte der historischen Ahrweiler Schützengesellschaften.

Meine Damen, meine Herren, verehrte Anwesende.
Am heutigen Tag darf ich Sie zur Eröffnung des Schützenmuseums hier am Ahrweiler Marktplatz recht herzlich begrüßen.

Im Namen des Verwaltungsrates unsere Gesellschaft sowie auch im Namen aller Bürgerschützen, Junggesellenschützen und Aloisiusschützen möchte ich mich bei den Verantwortlichen unserer Stadt herzlich für die Überlassung dieser Räume hier inmitten des historischen Stadtkerns von Ahrweiler bedanken.

Mit der heutigen Eröffnung übernimmt die Ausstellung mehr denn je die Funktion eines Mittlers zwischen der Geschichte der Schützen und Ahrweiler. Sie gibt Kunde von Jahrhunderte altem Brauchtum und ungebrochener Tradition unseres heimischen Schützenwesens.

Die Ausstellung soll Bürgern wie Besuchern unserer Stadt die Möglichkeit geben, viele Exponate der Schützengesellschaften, die sonst nur an den Schützenfesttagen im Vorbeiziehen gesehen wurden und werden, hier genau zu betrachten.

Die Geschichte der Ahrweiler Bürgerschützen wurde in den Festschriften zu den Jubiläen der Gesellschaft festgehalten, im Jahre 1903 von Dr. Peter Joerres, im Jahre 1928 von Studienrat Albert Federle, im Jahre 1953 vom Ahrweiler Ehrenbürger Ferdinand Gies, als eine Aufgabe, die späterhin von Studiendirektor Johannes Roth und Studienrat Albert Friedrich wahrgenommen wurde.

Ein wichtiges Datum der Geschichte der Ahrweiler Bürgerschützen ist natürlich ihr Gründungsjahr „ 1403 “.Man ist sehr vorsichtig gewesen mit der Festlegung dieses Datums.

Es ist erwiesen, dass die meisten Gründungen von Schützengesellschaften in den deutschen Diözesen zeitlich zusammen mit der Einführung der Fronleichnamsprozessionen erfolgten. Die im Besitz der Ahrweiler St. Laurentius-Kirche befindliche gotische Turmmonstranz, sie ist eine der ältesten in Deutschland und auch die Voraussetzung für eine Fronleichnamsprozession, entstand  spätestens in der Mitte des 14. Jahrhunderts.

Die Festlichkeiten der Ahrweiler Schützen fielen immer „op osen Hären Dach“ –  das heißt auf Fronleichnamstag. Daraus folgerte man sehr vorsichtig, das Jahr 1403 als Gründungsjahr zu benennen, zumal vom Jahr 1407 bis Jahr 1502 lückenlos durch alte Ahrweiler Stadtrechnungen nachgewiesen wird, dass die Schützen zu ihren Festen Geld und Wein von der Stadt gestiftet bekamen.

In Zeiten der Not, der Seuchen, der Kriege und vieler Wirren in den Jahrhunderten waren es immer wieder die Ahrweiler Schützen, die, wenn erforderlich, ihrem Landsherrn, dem Erzbischof und Kurfürsten von Köln, zu Hilfe eilten oder schützend an den Toren und auf den Wällen ihrer Heimatstadt standen.

Waren es in den Jahrhunderten Kölner und Trierer Erzbischöfe und Kurfürsten, die Äbte von Prüm, die Grafen von Virneburg und andere adlige Herren, die in unseren Mitgliedsbüchern standen, so ist doch die Mitgliedschaft des preußischen Kronprinzen und späteren Königs Friedrich Wilhelm IV hervorzuheben, der auf einer Inspektionsreise in Ahrweiler Halt machte und im Hotel „Drei Kronen“ in der Niederhut residierte. Ihm brachten die Schützen einen Fackelzug dar und er trug sich an dem betreffenden 11. November 1833 eigenhändig in das Mitgliedsbuch der Bürger Schützengesellschaft ein.

Und wer sich ein wenig in den Geist und das Lebensgefühl dieser vergangenen Zeit hineindenken kann, der vermag in etwa nachzuempfinden, mit welchem Hochgefühl, mit welcher Freude und mit welchem Stolz die Schützen von damals das Geschenk des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV – eine goldene Huldigungsmedaille – am 1. August 1844  entgegen genommen haben, die wir in der Nachprägung noch heute an unseren Schützenuniformen tragen.

Seit Jahrhunderten steht auf unserer Fahne der Leitspruch: CIVIBUS AUXILIUM NON ALLIUNDE PATET   -  Schutz und Hilfe gibt es für den Bürger nirgendwo anders. Jedoch fühlen wir uns heute, auch ohne Waffen, auch ohne die starken Mauern und Türme unserer Heimatstadt, in dieser Gemeinschaft, in der Gemeinschaft des Schützengeistes und der christlichen Weltanschauung wohl geborgen.

In diesem Sinne möge auch die Ausstellung über die Ahrweiler Schützengeschichte verstanden werden und Ausdruck des Dankes aller Schützen an die Bürger unserer Stadt sein.

Dass ich in dieser Stunde auch die Junggesellenschützen von 1612 und die Aloisiusschützen von 1813 zusammen mit den Bürgerschützen in die erste Reihe der Wahrer unserer Traditionen stelle, ist für uns alle in Ahrweiler eine Selbstverständlichkeit.

Hier bei uns greift das Schützenwesen in jede Familie ein. Oft kommt es vor, dass Vater und Sohn, sogar Großvater und Enkel am Fronleichnamstag gemeinsam in Uniform auf dem Ahrweiler Markt stehen.

Alls, die wir uns hier zusammengefunden haben oder auch diese Ausstellung in nächster Zeit besuchen werden soll sie zu einer Beschäftigung mit der Geschichte des Ahrweiler Schützenwesens sein.

Unser Dank gilt nochmals der Stadt und hier in erster Linie Bürgermeister Edmund Flohe und dem Ersten Beigeordneten und kommendem Stadtoberhaupt Dr. Hans-Ulrich Tappe, die es ermöglichten, die Exponate der Ahrweiler Schützengesellschaften hier in diesen Räumen unter zu bringen.

Denken wir aber auch in dieser Stunde daran, dass unsere Vorfahren für die Ideale Glaube, Sitte und Heimat einen unermesslich harten Kampf geführt haben. Wir schöpfen heute daraus die Kraft, alle Aufgaben des Schützenwesens in Gegenwart und Zukunft hier in unserer Vaterstadt zu meistern.

Ich danke Ihnen meine Damen und Herren für ihr Kommen am heutigen Tag und das der Ausstellung entgegengebrachte Vertrauen. Ich darf nachträglich auch Vikar Jörg Schuh begrüßen, der zwischenzeitlich zu uns gekommen ist.

Meinen Dank darf ich dem Archivar unserer Gesellschaft, Professor Dr. Bernhard Kreutzberg und unserem Schatzmeister Peter-Josef Monreal für den Aufbau der Ausstellung hier in den Schützenzimmern aussprechen. Fragen zu den ausgestellten Gegenständen aus einer langen Geschichte wird Ihnen Professor Kreutzberg gerne beantworten der uns auch jetzt in die Ausstellung einführen wird.

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