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Schützenmedaille

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Ahrweiler im Zeichen der Schützenfestwoche
Markus Koll - König der Junggesellen-Schützen
Stadtzeitung 08.06.2010 von Alfred Oppenhoff

Im Ahrweiler Tal oberhalb vom Kloster Calvarienberg, auf dem Schießplatz der Ahrweiler Schützen in der Quarzkaul, brandete am Dreifaltigkeitssonntag um 19.10 Uhr erster Beifall auf. Soeben hatte einer der zwei Königskandidaten der St. Laurentius-Junggesellen-Schützengesellschaft den Rest des Königsvogels von der Stange geholt. Wer der glückliche Schütze war, war in diesem Moment noch nicht bekannt und es sollte auch noch eine Weile dauern, bis Markus Koll auf den Schultern seiner Kameraden aus dem verbergenden Zelt getragen wurde und in der Quarzkaul und im dort aufgebauten Zelt bei den Schützen und interessierten Zuschauern der Beifall aufbrandete.

Am Abend zuvor hatte der Spielmannszug der St. Laurentius-Junggesellen-Schützengesellschaft mit einem Zapfenstreich auf dem Ahrweiler Marktplatz das Schützenfest eröffnet und am Sonntag in den frühen Nachmittagsstunden ihren bis dahin noch amtierenden Schützenkönig Stefan Pantenburg ein letztes Mal zum Ahrtor hinaus in die Quarzkaul begleitet. Hier hatte es noch eine ganze Weile gedauert - bis 18 Uhr -, bis die zwei Kandidaten um die Königswürde - Markus Koll, 26 Jahre alt und lange Jahre im Vorstand der Junggesellen seiner Hut und der Junggesellenschützen tätig sowie Peter Ropertz, 24 Jahre alt und amtierender Hauptmann der Gesellschaft - in das unterhalb des aufgerichteten hölzernen Vogels verbergende Zelt traten, um mit ihrem Wettstreit zu beginnen. 65 Schuss mussten fallen, bis der Rest des Königsvogels von der Stange fiel.

Im Festzelt verkündete dann der Junggesellen-Hauptmann: "Wir haben einen neuen König" und der mit dem Königsschuss entthronte Stefan Pantenburg bekleidete die neue Majestät mit den Zeichen der soeben gewonnenen Würde, mit Königskette und Zepter. Im Schmuck dieser Insignien geleiteten die jungen Schützen ihre neue Majestät hinunter nach Ahrweiler. Hier zog unter den feierlichen Klängen von "Tochter Zion" und dem festlichen Geläut der St.-Laurentius-Kirche der neue König Markus Koll, herzlich von vielen Bürgern und auch Zuschauern begrüßt, durch das Ahrtor in die Stadt Ahrweiler ein. Hier stellten ihn die Schützen dem Pfarrherrn, dem Stadtoberhaupt und dem König der Bürgerschützen vor. Und dann feierten die Junggesellen ihre neue Majestät.

In das Festgeschehen der Schützenfest- und Fronleichnamswoche kehrte damit zunächst eine Pause ein. Die Königsglieder der Junggesellen- und der Bürger-Schützen traten erst am Mittwoch wieder an, um mit einem Zapfenstreich auf dem Marktplatz das Festgeschehen um das Fronleichnamsfest einzuleiten, eines der höchsten Feste im Jahresablauf der Schützen.

In den frühen Morgenstunden des Fronleichnamtages rief die Reveille der aufziehenden Musikkorps der Schützengesellschaften die Schützen der drei historischen Ahrweiler Schützengesellschaften zusammen, die dann gemeinsam das Festhochamt zum Fronleichnamsfest besuchten, um nach Ende der Messe die sich formierende Fronleichnamsprozession der Gläubigen durch und um die Stadt zu geleiten. Nachdem an allen vier Stadttoren der Segen für Stadt und Land erteilt war, zogen die Prozession und auch die begleitenden Schützen wieder in die Stadt ein, wo die Schützen das in die Kirche einziehende Allerheiligste nochmals feierlich grüßten.

Und dann entwickelte sich auf dem Markt das Zeremoniell der Schützen: Die drei Majestäten der drei Gesellschaften schreiten die Front der angetretenen Gesellschaften ab, die Schützen grüßen ihre Heimatstadt und ihre Majestäten mit dreifachem Salut und anschließender Parade.

War der Vormittag des Fronleichnamstages der Erfüllung der kirchlichen Ehrenpflicht mit dem Geleit der Prozession gewidmet, der weitere Vormittag dem glanzvollen äußeren Rahmen des Festgeschehens, so blieb der Nachmittag dem Geschehen in den Gesellschaften vorbehalten.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen der Bürgerschützen galt der Willkommensgruß des Hauptmanns Willi Busch allen Bürgerschützen wie auch ihren Ehrengästen, unter ihnen Dechant Jörg Meyrer, Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Bürgermeister Dr. Hans-Ulrich Tappe, Erster Beigeordneter Guido Orthen wie auch die anwesenden Ortsvorsteher.

In seiner Begrüßung der versammelten Schützen verwies Hauptmann Willi Busch darauf, dass sich die Welt um uns herum in einem stetigen Wechsel befinde, und das gelte auch für die Schützen, wenn diese an ihrem Ritual der Begleitung der Fronleichnamsprozession festhalten. Das trage dazu bei, das Leben in Ahrweiler lebens- und somit auch liebenswerter zu machen. Ein erstes Grußwort richtete an diesem Nachmittag sodann der König der Bürgerschützen, Hans-Georg Klein, an seine Schützenbrüder und sagte dabei Dank für ein gutes Jahr als Repräsentant der Gesellschaft, der, obwohl kein gebürtiger Ahrweiler, hier eine Heimat gefunden hat und sich voll integriert fühlt. Dechant Jörg Meyrer dankte den Schützen für die Begleitung der Prozession, die nicht nur dadurch in Ahrweiler zu einem einmaligen Erlebnis wird. Dieses Erleben gehe, so Dechant Meyrer "ans Herz und ich glaube, so etwas gibt es nur in Ahrweiler und dafür sage ich Danke!".

Auch Landrat Dr. Jürgen Pföhler sieht in dem Festablauf der Schützen an Fronleichnam ein beispielsloses Bekenntnis zur Gemeinschaft und zum Glauben. "Das ist der Kitt zwischen Geschichte, Tradition und Brauchtum." Als Beweis erinnerte er an das Geschehen um den damaligen preußischen Kronprinzen und späteren König Friedrich Wilhelm IV. und die Schützen im 19. Jahrhundert.

In seinem kurzen Grußwort verwies Bürgermeister Dr. Tappe auf das Geschehen um die Stadthalle, die inzwischen in den Besitz der Stadt übergegangen ist und in der die Stadt mit Umbauten für eine bessere Nutzungsmöglichkeit und eine bessere Akustik sorgt.

Zum Ende der Festversammlung hieß Hauptmann Willi Busch die 22 neuen Mitglieder der Gesellschaft, die sich in das Seelenbuch eintrugen und die ein erstes Mal an der Fronleichnamsprozession teilnahmen, in den Reihen der Schützen willkommen. Zum Ende der Festversammlung ehrte er zusammen mit dem amtierenden König die langjährigen Schützen, die bereits 25 und 40 Jahre der Gesellschaft angehören. Mit 40-jähriger Mitgliedschaft sind dies Engelbert Daute und Rudolf Weltken vom Königsglied sowie Josef Krämer vom Oberleutnatsglied. Seit 25 Jahren Mitglied sind: Willi Dievernich, Reinhard Eisenhart und Theo Jakobs (Leutnantsglied), Manfred Rheindorf (Oberleutnantsglied), Burkhard Hoffmann (Tambourcorps), Manfred Friedrich, Wolfgang Harz und Günther Schmitt (Unterleutnantsglied) sowie Winfried Schneider (Königsglied).

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