Mittwoch, 4. Oktober 2006 -
Traubenlese 2006
General-Anzeiger vom
5.10.06 von Günther Schmitt
Schützen triumphieren mit 98 Öchsle-Graden
TRADITION Der neuangelegte Wingert auf dem Karlskopf trägt die ersten Spätburgundertrauben.
Satte Lese im Forstberg. Seit mehr als 400 Jahren betreiben die Sebastianer Weinbau.
Fürs Bundesfest 2007 sind sie gut gerüstet.
Hauptmann Wilhelm
Busch ist zufrieden. Gestern haben die Ahrweiler
Bürgerschützen die Trauben aus ihren Wingerten eingebracht. Das
Ergebnis kann sich sehen lassen. 98 Öchsle-Grade wies das Refraktometer
im Ahrweiler Forstberg aus. (Foto:
Wilhelm Busch, Hans Georg Klein und Hans Fuhs)
Die
Spätburgundertrauben an den 1 500 Stöcken zeigten sich gesund
und ertragreich. "Rund 3 500 Liter Schützenwein werden
die Trauben ergeben, die wir dort gelesen haben", sagte
Busch, der mit vielen Helfern aus Verwaltungsrat und Zügen sowie
deren Ehefrauen in die Steillage gegangen war. Der Forstberg
liegt rechts von der Ahrweiler Ellig und gehört zu den von
der Sonne verwöhnten Lagen. Die zweite Lage, die gestern von den
Schützen gelesen wurde liegt auf dem Karlskopf in Bachem.
Dort gab es eine Premiere, denn zum ersten Mal wurde der neu
angelegte Wingert abgeerntet - 1 500 Liter. Statt früher
Frühburgunder stehen dort jetzt 1 500 Stock schützeneigener
Spätburgunder. Gut 80 Öchslegrade wurden bei den
Erstlingstrauben gemessen, was sich durchaus sehen lassen
kann. Die Verarbeitung der Trauben hat gestern Nachmittag schon
begonnen. Diese liegt in den Händen von Marc Adeneuer vom
Weingut JJ. Adeneuer, selbst Schütze und als Offizier Mitglied
des Verwaltungsrates. Kredenzt werden soll der edle Tropfen
beim Bundesschützenfest 2007. Denn im September nächsten Jahres
erwarten die Ahrweiler Sebastianer dazu 40 000 Schützen aus ganz
Deutschland. Was den Wein angeht, sind sie jetzt für die
Großveranstaltung gut gerüstet. Der Weinbau der Schützen
hat eine lange Tradition. Schon seit mehr als 400 Jahren
haben die Sebastianer eigene Wingerte und bauen die Tropfen
für ihre Feste aus. Dieses ist weltweit einmalig und Grund
genug für die fast 700 Mitglieder, stolz darauf zu sein.
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